Discussion:
Mufti von Al-Azhar erklärt Bier für halal
(zu alt für eine Antwort)
Stefan Hoffmann
2012-03-26 16:51:56 UTC
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Dr. Saâd Eddine el Hilali, ein Gelehrter der Al-Azhar, hält alkolische
Getränke für erlaubt, wenn sie mäßig genossen werden und nicht aus
Weintrauben sind:

http://www.tiwinoo.com/boire-de-la-bi%C3%A8re-serait-halal.html

Korrigierte Google-Übersetzung, ohne Garantie:

"Es scheint, dass Dr. Saad Eddine el Hilali im Zentrum einer religiöse
Kontroverse ist, deren Wirkung über die Universität von Al Azhar und die
Grenzen Ägyptens hinausgeht. Sicher ist, daß er nach der
arabisch-sprachigen Webseite "yamazaj.com", in einem Interview mit Amr
Adib in der Show "Cairo Today" gesagt haben soll, dass nur aus Trauben
hergestellte Getränke und sich zu Berauschen im Islam verboten wären.
Z.B. ein Bier oder ein Drink bei einer Verabredung wäre Halal, solange
man sich nicht betrinkt.

El Hilali bezieht sich dabei, wie er sagte, auf Imam Abu Hanifa, der für
diesen Bereich eine zuverlässige Referenz sei, weil er sich in seinen
Büchern mit diesem Thema befaßt hat. Diese Sache sei durch seine
Schriften schon seit Jahrhunderten entschieden, und er tadelt die
Muslime dafür, daß sie nicht genug Bücher über Theologie lesen. Er fügte
hinzu, daß die Lehren des Abu Hanifa in der Al-Azhar seit langer Zeit
unterrichtet werden und diejenigen, die das kritisieren, müßten nur
seine Werke konsultieren.

Aber Hilali ist wirklich avantgardistisch, um es nicht anders zu nennen,
wenn er auch den Verkauf von alkoholischen Getränken nicht für verboten
erklärt. Es sei nur wichtig, daß diejenigen, die trinken, sich nicht
betrinken, damit sie keine Sünde begehen."

Was sagt man jetzt dazu? :-) Anscheinend ist der Islam doch viel
flexibler, als die "Islamkritiker" und Salafiten uns weismachen wollen.
Es kommt wohl auch sehr darauf an, sich abhängig vom jeweiligen Fall
immer auf den richtigen Gelehrten zu berufen.

Stefan
--
Mit der Dummheit kämpfen selbst Götter vergebens
Heinz Mueller
2012-03-26 17:35:42 UTC
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Post by Stefan Hoffmann
Dr. Saâd Eddine el Hilali, ein Gelehrter der Al-Azhar, hält alkolische
heisst eigentlich alkoholische, aber geht mir genau so, seitdem ich das
Zeug nicht mehr zu mir nehme passiert mir der Schreibfehler LOL
Post by Stefan Hoffmann
Getränke für erlaubt, wenn sie mäßig genossen werden und nicht aus
http://www.tiwinoo.com/boire-de-la-bi%C3%A8re-serait-halal.html
"Es scheint, dass Dr. Saad Eddine el Hilali im Zentrum einer religiöse
Kontroverse ist, deren Wirkung über die Universität von Al Azhar und
die Grenzen Ägyptens hinausgeht. Sicher ist, daß er nach der
arabisch-sprachigen Webseite "yamazaj.com", in einem Interview mit Amr
Adib in der Show "Cairo Today" gesagt haben soll, dass nur aus Trauben
hergestellte Getränke und sich zu Berauschen im Islam verboten wären.
Z.B. ein Bier oder ein Drink bei einer Verabredung wäre Halal, solange
man sich nicht betrinkt.
El Hilali bezieht sich dabei, wie er sagte, auf Imam Abu Hanifa, der
für diesen Bereich eine zuverlässige Referenz sei, weil er sich in
seinen Büchern mit diesem Thema befaßt hat. Diese Sache sei durch
seine Schriften schon seit Jahrhunderten entschieden, und er tadelt
die Muslime dafür, daß sie nicht genug Bücher über Theologie lesen.
Er fügte hinzu, daß die Lehren des Abu Hanifa in der Al-Azhar seit
langer Zeit unterrichtet werden und diejenigen, die das kritisieren,
müßten nur seine Werke konsultieren.
Aber Hilali ist wirklich avantgardistisch, um es nicht anders zu
nennen, wenn er auch den Verkauf von alkoholischen Getränken nicht
für verboten erklärt. Es sei nur wichtig, daß diejenigen, die
trinken, sich nicht betrinken, damit sie keine Sünde begehen."
Was sagt man jetzt dazu? :-) Anscheinend ist der Islam doch viel
flexibler, als die "Islamkritiker" und Salafiten uns weismachen
wollen. Es kommt wohl auch sehr darauf an, sich abhängig vom
jeweiligen Fall immer auf den richtigen Gelehrten zu berufen.
Bier aus dunkle Flasche, Allah sieht nix, ist sehr verbreitet unter
Türken, dieser Satz.
Post by Stefan Hoffmann
Stefan
Weihenstefan ist doch auch ne Biersorte oder wie, ich bin da nicht mehr
auf dem neuesten Stand :-)
Manfred Hoß
2012-03-26 18:49:05 UTC
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Post by Stefan Hoffmann
Was sagt man jetzt dazu? :-) Anscheinend ist der Islam doch viel
flexibler, als die "Islamkritiker" und Salafiten uns weismachen wollen.
Es kommt wohl auch sehr darauf an, sich abhängig vom jeweiligen Fall
immer auf den richtigen Gelehrten zu berufen.
Habakuk wird dir erklären, dass dieser Imam nur ein Einzelfall ist.
Habakuks Zeitvertreib besteht nämlich hauptsächlich darin, sich einen
Moslem zu suchen, der entweder a) für mitteleuropäische Verhältnisse
lächerlich gekleidet ist, b) eine Gesellschaftsordnung für erstrebenswert
hält, die aus der Sicht des durchschnittlichen Mitteleuropäers
rückschrittlich ist oder c) kriminell ist. Gibt es einen Moslem, der alle
drei Kriterien erfüllt, so ist er aus Habakuk'scher Sicht ein typischer
Vertreter des Islam und wird hier als "Beweis" präsentiert. Falls jedoch
ein Moslem einem Juden hilft oder wie in deinem Beispiel ein Imam eine
zeitgemäße Theologie vertritt, so passt derjenige nicht in Habakuks
Islambild, also muss er natürlich eine Ausnahme darstellen. Ansonsten
könnte Habakuk nicht bei seinem Zerrbild bleiben.

Gruß
Manfred.
Holger
2012-03-26 18:55:22 UTC
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Post by Manfred Hoß
Habakuk wird dir erklären, dass dieser Imam nur ein Einzelfall ist.
Und er hätte Recht damit, zumal jeder "Gelehrte" seine eigene Fatwa zu
was auch immer ablassen kann, wann immer er will. Das alles hat so gut
wie gar nichts zu sagen. Wenn du heute mit der Bierbuddel in der Hand
durch Mekka schlenderst, sind dir die Peitschenhiebe so sicher wie das
Amen in der Kirche. Oder geh mal als Frau im Bikini durch Teheran...

HTH, Holger
Stefan Hoffmann
2012-03-26 21:53:08 UTC
Permalink
Post by Holger
Post by Manfred Hoß
Habakuk wird dir erklären, dass dieser Imam nur ein Einzelfall ist.
Und er hätte Recht damit, zumal jeder "Gelehrte" seine eigene Fatwa zu
was auch immer ablassen kann, wann immer er will. Das alles hat so gut
Das ist richtig, aber die gestrenge Fatwa eines Salafisten würden
"Islamkritiker" niemals in Frage stellen. Nicht mal, wenn ein
Al-Qaida-Schwachkopf im Irak eine keusche Trennung von männlichen Gurken
und weiblichen Tomaten anordnet. Das ist dann nämlich kein Einzelfall,
sondern entspricht ganz der Lehre des Islam, die von den Salafisten ja
nur ernstgenommen wird.
Post by Holger
wie gar nichts zu sagen. Wenn du heute mit der Bierbuddel in der Hand
durch Mekka schlenderst, sind dir die Peitschenhiebe so sicher wie das
Amen in der Kirche. Oder geh mal als Frau im Bikini durch Teheran...
Dann aber gleich als sichtbar schwuler Mann (Makeup und Perücke) mit der
Bierbuddel in der Hand im Bikini zu Fuß von Mekka nach Teheran wandern.
Wenn schon, denn schon. Falls er Mekka überlebt, sollte er aber noch um
Riyadh und Qom einen Umweg machen. Ein Eintrag im Guinness-Buch der
Rekorde wäre ihm dann nach mehreren Jahren Evin-Gefängnis so gut wie
sicher.

Stefan
--
Mit der Dummheit kämpfen selbst Götter vergebens
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